Amiga - Ben Daglish - Axel's Magic Hammer - Title Theme - 1989, Core Design / Gremlin Graphics - Jump & Run - Paula 8-Bit, 512KB RAM | In dem 1989 von Core Design entwickelten und über Gremlin Graphics für rund 80 DM veröffentlichten Plattform-Titel Axel's Magic Hammer schlüpft der Spieler in die Rolle eines knuffigen Helden, der mit seinem namensgebenden Werkzeug durch bunte Fantasy-Welten hüpft. Auf einem klassischen Amiga 500 mit zwingend erforderlichen 512 Kilobyte RAM muss man in bester Arcade-Manier Feinde plätten, sie als Wurfgeschosse missbrauchen und geschickte Sprungpassagen meistern, was spielerisch stark an japanische Automaten-Vorbilder wie Bubble Bobble erinnert. Die Fachpresse lobte das charmante und ungemein zugängliche Spielprinzip; so vergab der Amiga Joker in der Ausgabe 12/1989 beachtliche 81 Prozent für die putzige Grafik und das flüssige Gameplay, während die deutsche Zeitschrift Power Play mit soliden 73 Prozent die detailreichen Level lobte, aber den etwas zu leichten Schwierigkeitsgrad anmerkte. Für die musikalische Untermalung dieses zuckersüßen Jump-and-Runs engagierte das im britischen Sheffield ansässige Entwicklerstudio den legendären Ausnahme-Komponisten Ben Daglish, der zu dieser Zeit branchenweit eigentlich als unangefochtener Meister des C64-SID-Chips galt. Daglish stand bei diesem Projekt vor der technischen Herausforderung, seinen unverkennbar rhythmischen, extrem fröhlichen Chiptune-Stil auf den vierkanaligen Paula-Soundchip des Amigas zu übertragen, ohne die stark frequentierte CPU der aufwendigen Grafik-Engine von Core Design zu blockieren. Anstatt auf die für den Commodore-16-Bit-Rechner so typischen, speicherfressenden Realwelt-Samples zu setzen, entwarf Daglish hochgradig komprimierte, rein synthetisch klingende Wellenformen, die ganz bewusst an seine C64-Wurzeln erinnerten. Durch den geschickten Einsatz von knackigen, extrem kurzen Percussions und pfeilschnellen Arpeggios erschuf er ein absolutes Ohrwurm-Titelthema, das die unbeschwerte, quietschbunte Atmosphäre des Spiels meisterhaft einfängt und Daglishs technisches Genie eindrucksvoll unterstreicht.