Amiga - Tim Bartlett - Beastlord - Game Over - 1993, W.J.S Design / Grandslam - Beat 'em up - Paula 8364, OCS/ECS | Der Game Over Screen des 1993 von W.J.S Design entwickelten und von Grandslam veröffentlichten Fantasy-Actionspiels Beastlord untermalt das bittere Ende des Helden mit düsteren Tracker-Klängen aus der Feder von Tim Bartlett, der für diesen speziellen Moment die vier Audiokanäle des Commodore Amiga Paula Soundchips meisterhaft ausreizte. Wenn der barbarische Protagonist, dessen Hauptaufgabe im Spielverlauf darin besteht, in bester Hack-and-Slash-Manier unzählige Monster niederzumetzeln und sich durch magische Orbs zeitweise in eine reißende Bestie zu verwandeln, all seine Lebensenergie verliert, präsentiert der Bildschirm das endgültige Scheitern in einer morbiden Grafik, die durch Bartletts atmosphärischen Einsatz von tiefen, bedrückenden Bass-Samples und stoischen Percussions eine unglaubliche musikalische Schwere erhält. Bartlett arbeitete während der Produktion extrem eng mit dem kleinen Entwicklerteam zusammen, um den rauen, unbarmherzigen Ton des Spiels exakt einzufangen, wobei er für diesen speziellen Track bewusst auf treibende Melodien verzichtete und stattdessen dissonante, langgezogene Synthesizer-Pads verwendete, um das Gefühl der absoluten Niederlage für den Spieler sofort greifbar zu machen. Damals für rund 79 D-Mark im Handel erhältlich, wurde der Titel von der deutschen Fachpresse durchaus gemischt aufgenommen; so lobte die Redaktion der Amiga Games die atmosphärische Präsentation und das ordentliche Gameplay mit einer Wertung von 72 Prozent, während das Kult-Magazin Amiga Joker insbesondere die teils hakelige Steuerung und die bei hohem Gegneraufkommen ruckeligen Animationen rügte und das Spiel eher als soliden Genre-Beitrag einstufte, wobei jedoch stets der stimmige Soundtrack positiv hervorgehoben wurde, der auch heute noch in der Tracker-Szene für seine extrem effiziente Nutzung des begrenzten Speichers geschätzt wird, da die Audio-Samples immens kompakt gehalten werden mussten, um neben den aufwendigen Grafiken im hart umkämpften RAM des heimischen Rechners überhaupt noch fehlerfrei zu existieren.